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Zukunft Weihersberg – Stadt Stein

Städtebaulich-freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb

 

Verfahren:
Städtebaulich - freiraumplanerischer  Realisierungswettbewerb

Bearbeitung:
2023 in Zusammenarbeit mit häfner jiménez betcke jarosch landschaftsarchitektur GmbH, Berlin

Fakten:
Plangebietsgröße ca. 23,0 ha

Auslober:
Stadt Stein



Zunkunft Weihersberg
lebendig, klimaresilient und nachhaltig sozial

Für die Entwicklung des Weihersbergs schlagen wir ein zukunftsorientiertes lebendiges, klimaresilientes und nachhaltig soziales Stadtquartier vor, das die europäische Stadtbaukultur innovativ weiterentwickelt.

Das neue Stadtquartier ist gemeinwohlorientiert und inklusiv. Es wird geprägt durch eine vielfältige Mischung von Wohnangeboten für alle Alters-, Sozial- und Lebensgruppen. Markantes Merkmal des Zukunftsquartiers sind drei zentral gelegene, leicht zueinander versetzte Grün- und Freiflächen. Diese ökologisch wertvollen und zugleich klimaaktiven Freiflächen bilden ein zusammenhängendes Parksystem, das nicht nur der guten Durchlüftung des Quartiers dient, für Abkühlung im Sommer sorgt und bei Starkregenereignissen Retentionsraum bietet, sondern aufgrund seiner Setzung attraktive Stadträume ausbildet und neue resiliente Nachbarschaften definiert.

Nachbarschaften
Das „Familienquartier“ im Osten des Weihersbergs ist geprägt durch Wohnangebote für Alt und Jung. Charakteristisch sind aufgelockerte Karrees, die mit ihren stark begrünten Innenhöfen Begegnungsräume schaffen, soziale Vielfalt und neue Nachbarschaften ermöglichen. Nahversorgungsangebote und Gesundheitsdienstleistungen sind fußläufig erreichbar. Die Kitas fördern die sozialräumlichen Qualitäten. Darüber hinaus bietet das Quartier Raum für - eine Stadtteilbibliothek, ein Makerspace (Gemeinschaftswerkstatt), ein Bürgerhaus sowie ein Kiosks mit Paketshops oder Gastronomie. Die Bebauung ist flächensparend, kompakt und wirtschaftlich effizient.

Das Bebauungsband an der Westseite hat einen anderen Charakter. Unter dem Stichwort „Produktives Wohn- und Kreativquartier“ wird der, an der B 14 gelegene Bereich durch eine urbane Mischung aus wohnverträglichem Gewerbe und Dienstleistungs-, Serviceangeboten und Wohnen geprägt. Vorstellbar sind innovative Werkstätten/Manufakturen, die die Vielfalt zukünftiger Produktionsprozesse abbilden und in Verbindung mit experimentellen Wohnformen stehen. Dabei werden lärmverträglichere Nutzungen an der Seite zur B 14 angeordnet (passiver Schallschutz). Merkmal dieses Bereiches sind flexibel nutzbare, multifunktionale nachhaltige Gebäude, die Mehrfachnutzung von Höfen sowie eine robuste, auf Immissionen abgestimmte Baustruktur.

Der nördliche, am Höllweg gelegene Bereich des Weihersberg wird als zukünftiges „Mobilitätsquartier“ entwickelt. In direkter Nähe zum geplanten U-Bahnhaltepunkt wird ein P&R Parkhaus mit Mobilitäts-Hub vorgeschlagen. Zwei weitere Parkgaragen mit werden in die Bebauung integriert. Auf der größeren Parkgarage wird die Dachfläche als öffentliche Spiel- und Sportfläche genutzt.

Der geplante „Schul- und Sportcampus am Hofäckerweg“ wird neu geordnet und stadträumlich und freiraumplanerisch so verbessert, dass die regionale Kaltluftströmung nicht behindert wird und eine Durchlüftung des Weihersberg dauerhaft sichergestellt ist.

Lebensqualität und Klimaresilienz durch neue Freiräume
Wichtiges Merkmal der zukünftigen Entwicklung ist der zentrale gelegene öffentliche Freiraum, der den Stadtraum mit dem südlichen Landschaftsraum verbindet.
Die Freiraumfigur erfüllt funktionale Aspekte wie die Frischluft-Durchströmung des neuen Stadtquartiers und der angrenzenden Umgebung. Sie dient der aktiven und kontemplativen Erholungsvorsorge für die Anwohner und die Nachbarschaft im Wohnumfeld. Der Kirchweihplatz gliedert sich als ein Element in die Freiraumfolge ein. Der zentrale Freiraum gliedert sich in drei Segmente, die mit Baumreihen, lockeren und dichteren Baumgruppen eine abwechslungsreiche Raumfolge bildet. Der geschwungene „Flanierweg“ erschließt diesen in Nord-Süd-Richtung und verhilft ihm zu einer identitätsstiftenden Gestalt.

In den Freiraum eingelagert sind die beiden Kita-Grundstücke mit ihren Gebäuden als „Solitäre im Park“ und ihren zugeordneten Außenanlagen. Eine Besonderheit stellt die Kette von „Tiny Forests“ dar. Diese stadtklimatisch wirksamen Mikrowälder gliedern als dichte Vegetationsvolumen den Raum, fördern die Biodiversität und dienen im nördlichen Segment als Sichtschutz für die östlich angrenzenden Baufelder des Familienquartiers.

An den Rändern werden Flächen für die gemeinschaftliche und nachbarschaftliche Aneignung als „Urban Gardening“ in verschiedenen Formen bereitgestellt. Weitere öffentliche Räume sind die baumbestandene „Weihersbergpromenade“, die als markante Achse das Stadtquartier aufwertet und den Landschaftsraum des Grundbachtals mit dem Herbstgraben verbindet. Die linearen Baumstrukturen entlang der Straßen und dem Rand des zentralen Freiraums werden nicht als klassische Alleen oder Baumreihen mit je einer Art ausgebildet, sondern aus jeweils zwei bis drei sich ergänzenden verschiedenen Arten, um eine hohe Biodiversität zu erreichen.

Mobilität und Vernetzung
Der neue Stadtteil wird für Kfz primär von der B14 erschlossen. Dies wird über den bestehenden Knoten an der Hofäckerstraße und einen neuen dreiarmigen Knoten ermöglicht. Das Verkehrskonzept innerhalb des neuen Stadtteils ist deutlich MIV-reduziert. Dazu tragen drei Quartiersgaragen bei, die strategisch an den Gebietseingängen positioniert sind und etwa 50% der Stellplätze aufnehmen können. Wohnstraßen entlang der Parks werden als Mischverkehrsfläche gestaltet. In den wohngeprägten Bereichen wird weitgehend auf Dauerstellplätze im öffentlichen Straßenraum verzichtet. Kurzzeitstellplätze zum Be- und Entladen sind sehr wohl vorhanden. Mit dem neuen U-Bahnhaltpunkt und der Einordnung von Bushaltestellen an der Promenade und am Hofäckerweg gelingt eine leistungsfähige ÖPNV-Abdeckung.

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